Neue Kooperation macht Lust auf Technik

Innovations-Zentrum vermittelt am THG Praktika und Exkursionen

Süd. Ein Königreich für einen Ingenieur! So weit ist es zwar noch nicht. Aber in Deutschland sprießen die Angebote, um Schüler für die naturwissenschaftlichen Berufe zu gewinnen.

Ein Lockmittel gibt es am Süder Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) schon seit drei Jahren. Die erste MINT-Klasse mit zusätzlichem Unterricht in den Fächern Mathe, Informatik, den Naturwissenschaften und Technik hat die Jahrgangsstufe sieben erreicht. Kindliche Neugierde erhält dabei wissenschaftliches Futter. Nun geht das THG einen Schritt weiter und hat sich dazu einen kompetenten Partner für die Mittel- und Oberstufe an die Seite geholt.

Das Zentrum „Zukunft durch Innovation“ (zdi) in Marl vermittelt ab sofort Exkursionen in Labore und Werkstätten der Region und schult Lehrer, damit die Ausflüge zu außerschulischen Lernorten vor- und nachbereitet werden können. Angedacht sind zum Beispiel Abstecher zum Köln-Bonner Flughafen, Tagespraktika bei Evonik und Infracor in Marl, aber auch eine Fahrt zum größten Stelldichein der Industrieunternehmen, der Messe Hannover. Das zdi greift dazu auf 30 Kooperationspartner zurück, darunter auch Hochschulen wie die FH Gelsenkirchen. „Die schüäler sollen erkennen, dass die MINT-Berufe eine Perspektive sein können, sowohl für Studium als auch Ausbildung“, erklärt zdi-Projektleiter Norbert Dohms.

Schon allein deshalb, weil der Bedarf an qualifizierten Ingenieuren immens ist. Allein die jährliche Fluktuation in die wohlverdiente Rente könne seit Jahren nicht ausgeglichen werden. Mit frappierenden Folgen. „Uns fehlen jährlich 30.000 bis 60.000 Ingenieure“, benennt Norbert Dohms das bundesweite Problem bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages.

Die zusätzlichen naturwissenschaftlichen Erfahrungen sind nicht auf die reinen MINT-Klassen beschränkt. Alle Schüler sollen von der Zusammenarbeit profitieren und somit auch „Spätentwicklern“ eine Tür zum Technik-Olymp eröffnen. „Es geht zum ersten Marl darum, die Schüler auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten“, so der stellvertretende THG-Leiter Norbert Wisniewski. Ganz ohne versprochenes Königreich.

Michael Richter, Recklinghäuser Zeitung vom 22. Februar 2011